Datenschutz – Sensibilisierung 7.5.2018 in Wernau

 

Grundsätzlich gilt: Ich bin kein Anwalt, habe mir mein Wissen über Publikationen angeeignet und berufe mich auf möglichst seriöse Quellen. Bei so einem heiklen Thema, ist es unter Umständen besser den Rat eines Anwaltes einzuholen. Im Text sind drei Anwälte genannt, denen ich, auch bei diesem Thema, vertraue.
Uli Sailer
Uli Sailer
… auf dem Weg zur DSGVO!

ein Seminar für die Fachstelle Qualifizierung und Entwicklung beim BDKJ/BJA in Wernau

 

Warum sind wir heute hier:

Die Verunsicherung zur DSGVO sind groß, für uns, für Sie aber eindeutig geregelt.
Zunächst gilt die „VERORDNUNG (EU) 2016/679 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES“ vom 27. April 2016
und für Sie das „Gesetz über den Kirchlichen Datenschutz (KDG)“ des Verbandes der Diözesen Deutschlands in der Version vom 20. November 2017 (download)

Zum Einstieg, wenigstens einigermaßen verständlich, empfehle ich die Broschüre „Erste Hilfe zur Datenschutz-Grundverordnung für Unternehmen und Vereine: Das Sofortmaßnahmen-Paket“ herausgegeben vom Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht. Die Kosten liegen bei 5,50 € und passt noch auf jeden Schreibtisch 🙂

Was sind eigentlich (persönliche) Daten, was kann man damit anstellen und sind sie schützenswert?

  • Nach europäischem Recht und Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) sind personenbezogene Daten all jene Informationen, die sich auf eine natürliche Person beziehen oder zumindest beziehbar sind und so Rückschlüsse auf deren Persönlichkeit erlauben.
  • Besondere personenbezogene Daten umfassen Informationen über die ethnische und kulturelle Herkunft, politische, religiöse und philosophische Überzeugungen, Gesundheit, Sexualität und Gewerkschaftszugehörigkeit. Sie sind besonders schützenswert.
  • Betroffene haben vor allem das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Das Speichern und Verarbeiten von personenbezogenen Daten ist mithin nur unter Zustimmung des Betroffenen zulässig.

Laut  Bundesdatenschutzgesetz BDSG darf „Die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten sind nur zulässig, soweit dieses Gesetz oder eine andere Rechtsvorschrift dies erlaubt oder anordnet oder der Betroffene eingewilligt hat.“

Die meisten Links zum Einstieg findet Sie hier, die gehören zu meinem Standardvortrag.

Bild- und Tonrechte (Audio und Stimme)

zu den Bildrechten habe ich hier einen ausführlichen Artikel zu vielen Quellen veröffentlicht.
Bei den Tonrechten (im privaten Bereich) ist vor allem das Recht der Vertraulichkeit des Wortes gemeint.
Kids und Jugendliche brechen dieses Recht schon, wenn von einem Chat ein Screenshot angefertigt wird und dieser, womöglich sogar in einer Gruppe, veröffentlicht wird. Geregelt ist dies im Paragraph § 201 Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes.

Wie bei allen Persönlichkeitsrechten kann die Strafe, auch hier, sehr hoch ausfallen.

Impressumspflicht und Datenschutzerklärung auf der Website

Jede Webseite, jedes Blog aber auch Social-Media-Accounts von nicht natürlichen Personen benötigt ein Impressum und eine Datenschutzerklärung. Bei den Social-Media-Accounts, kann es dasselbe Impressum wie bei der Homepage sein, dann muss zu diesem ein Link eigerichtet werden.

Der Justitiar der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Prof. Dr. Felix Hammer (Email-Adresse fhammer@bo.drs.de), zur Impressumspflicht:
Bei Kirchengemeinden müssen bzw. sollten folgende Angaben in einem Impressum vorhanden sein:
Vollständiger Name der Kirchengemeinde mit Zusatz „Körperschaft des öffentlichen Rechts“ und Adresse (einschließlich Telefon/FAX/Mail),
Vorsitzender des Kirchengemeinderats (Verantwortlicher für diesen Internet-Auftritt),
2. Vorsitzende/r (mit Zusatz: beide gemeinsam vertretungsberechtigt),
Pfarrsekretariat mit Öffnungszeiten (Adresse jeweils wie Kirchengemeinde).

Hilfe bei der Datenschutzerklärung gibt es über den Datenschutzerklärung-Generator der Rechtsanwaltskanzlei Wilde-Beuger-Solmecke – oder den Datenschutz-Muster Generator der Kanzlei Dr. Thomas Schwenke – beide sind natürlich DSGVO konform.-

Welche Möglichkeiten der Kommunikation mit Jugendlichen sind denn noch datenschutzkonform? Welche Messenger-Dienste können genutzt werden?

WhatsApp kann/darf eigentlich in der kirchlichen Kommunikation schon seit März 2017 nicht mehr verwendet werden. Es gibt genügend Alternativen, die ich hier angefangen habe zu beschreiben. Ich bin mir sehr sicher, das sich SIMSme am deutschen Markt aus vielen Gründen seinen Platz erobern wird.
Der ist schon immer DSGVO konform, hat die Daten in Berlin auf Servern liegen, wir kennen das Unternehmen, es unterliegt als deutsche Firma den deutschen Gesetzen, arbeitet sehr datensparsam.

Eine „Verkaufshilfe“ gefällig:

Katholisch.de hat am 30.4.2018 einen Artikel zur WhatsApp Problematik veröffentlicht –
Wieviel WhatsApp ist in der Kirche erlaubt?
Dazu ein Kommentar von Felix Neumann ebenfalls auf katholische.de vom 5.4. 2018 – Wenn der Datenschutz die Seelsorge behindert.

Immerhin:
Das WhatsApp-Verbot ist nicht absolut.
Die Nutzung sogenannter „Broadcast-Listen“, einer Art Nachrichten-Verteiler, ist datenschutzkonform möglich.
Heise – Tipps und Tricks hat hierzu einen tollen Text mit Anleitung zur Einrichtung von Broadcast-Listen veröffentlicht.

Wenn Ihr viel mit Kids- und Jugendgruppen arbeitet, empfehle ich Euch die Dokumentation eines Fachtages für vor allem Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter der AWO

 

und hier noch drei Tipps:

Das katholische Datenschutzzentrum hat eine umfangreiche Infothek mit
– Arbeitshilfen
– Infoblätter
– Muster- und Checklisten
– Praxishilfen
– und Publikationen erstellt

Dr. Carsten Ulbricht räumt in seinem Artikel auf http://www.rechtzweinull.de/ mit einigen Mythen auf – sehr zu empfehlen.

Ra Christian Solmecke im Gespräch mit Pascal Feyh zur DSGVO